Slowenien:
Tausende Kriegsleichen entdeckt


Ein beispielloser Leichenfund schockiert Slowenien: Tausende Opfer kommunistischer Massentötungen wurden in einem Bergwerk entdeckt.

Der Fund wird schon "Slowenisches Srebrenica" genannt. Das Massengrab, das nahe der zentralslowenischen Stadt Lasko bei Celje (Anm.: auf deutsch: Tüffer bei Cilli) ausgeforscht wurde, stammt aus dem Jahr 1945. Die Ermittler hatten mehr als ein halbes Jahr gebraucht, um in das Massengrab vorzustoßen. Als sie die Leichen entdeckten, trauten sie ihren Augen nicht: Hunderte von ihnen waren tief im Inneren des Berges offenbar so gut vor Umweltein- flüssen geschützt gewesen, dass sie in mumifiziertem Zustand aufgefunden wurden.

Es mussten zunächst Tonnen an Geröll aus dem Bergwerk mit dem bezeichnenden Namen "Huda Jama" ("Schlimme Höhle") geschafft werden, da sich die Täter sehr viel Mühe gemacht hatten, ihre Gräueltaten vor der Nachwelt zu verbergen. Der Stollen sei auf 90 Metern Länge mit Aushubmaterial verschüttet gewesen, und die Arbeiter konnten sich jeden Tag nur 2,5 Meter vorarbeiten, berichtete Ausgrabungsleiter Mitja Ferenc. Insgesamt sechs Sperren - aus Beton, Geröll, Lehm und schließlich Holz - mussten durchstoßen werden, um das 400 Meter im Berg liegende Massengrab freizulegen. Dort befinden sich zwei 45 Meter tiefe vertikale Schächte, die randvoll mit Leichen sind. Die ersten (Anm.: deutschen und deutsch-freundliche) Opfer seien wohl lebend in die Gruben geworfen worden, hieß es.

"Vor den beiden Gruben stießen wir zunächst auf einen Haufen von Schuhen", erzählte Marko Strovs vom slowenischen Sozialministerium. "Dann sahen wir Drähte, mit denen die Opfer am Rücken zusammengebunden waren." Statt der erwarteten Skelette hätten die Ermittler dann aber nackte mumifizierte Leichen erblickt, mit intaktem Gewebe. "Der Anblick war so erschütternd, dass es kaum zu beschreiben ist", sagte Polizeiermittler Peter Jamnik. "Ich tue mir schwer, darüber zu reden", rang Ferenc sichtlich um Fassung. Obwohl er sich schon seit Jahren mit der Freilegung versteckter Massengräber befasse, "lässt mich so etwas nicht gleichgültig".

600 Massengräber vermutet

Der Leiter der slowenischen Regierungskommission für versteckte Gräber, Joze Dezman, bezeichnete das Massengrab als "slowenisches Srebrenica". "Das ist weltweit das größte je in einem Bergwerk gefundene Massengrab", sagte Dezman im TV-Interview. Die Opferzahl sei vorerst nicht abzuschätzen. "Ich würde aber sagen, dass es um mehrere tausend Tote geht." (Anm.: 3.000 – 5.000 Leichen)

Kein Zweifel besteht für die Ermittler, dass es sich bei den Toten um Opfer kommunistischer Massentötungen handelt. Die Erschießungen seien Ende Mai oder Anfang Juni 1945 erfolgt, sagte Ferenc. Im Dunkeln tappe man, was die genaue Herkunft der Opfer und die Identität der Täter betreffe. Bisher gebe es nur eine Augenzeugenaussage, nämlich jene des Fahrers, der die Gefangenen ins Bergwerk gebracht habe. Seinen Angaben zufolge handelte es sich um Slowenen, berichtete Ferenc. Gerüchten zufolge waren die Gefangenen aber kroatische Kriegsgegner der Partisanen.

Insgesamt werden in Slowenien 600 Massengräber vermutet, in denen 300.000 Opfer (!) kommunistischer Massentötungen liegen sollen. Die Partisanen hatten nach dem Zweiten Weltkrieg im Schnellverfahren mutmaßliche Kollaborateure mit Nazi-Deutschland, Anhänger des faschistischen kroatischen Ustascha-Regimes und ideologische Gegner umgebracht. Auch zwei Jahrzehnte nach dem Ende des Kommunisten sind längst nicht alle Massengräber gefunden worden. Erst vor zwei Jahren war in der Nähe von Marburg an der Drau (Maribor) beim Autobahnbau ein riesiges Massengrab entdeckt worden, in dem bis zu 15.000 Tote vermutet werden.

 


Quelle: „KURIER“, Wien, vom 04.03.2009

http://kurier.at/nachrichten/299708.php
 


Informationen zur Stadt Lasko (Tüffer):

http://de.wikipedia.org/wiki/La%C5%A1ko

 

 

Massengrab in slowenischem Bergwerk -
wurde Giftgas eingesetzt?


Nach dem Fund eines Massengrabs mit vermutlich mehreren tausend Opfern in einem slowenischen Bergwerk werden immer mehr Details der unglaub-lichen Greueltat bekannt.

Experten vermuten insgesamt 600 Massengräber in Slowenien, von denen auch knapp zwei Jahrzehnte nach dem Ende des kommunistischen Regimes längst nicht alle freigelegt sind.


Die 200 bis 300 mumifizierten Leichen im Stollen dürften durch Giftgas umgebracht worden sein, sagte Marko Strovs vom slowenischen Sozialministerium bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Ljubljana. Sie hätten nämlich keine Spuren von Schussverletzungen aufgewiesen, und man habe im Stollen nur einige wenige Patronenhülsen gefunden.

Nicht zerfallen. Möglicherweise passten die mumifizierten Leichen nicht mehr in die beiden 45 Meter tiefen Schächte, in die die Opfer geworfen wurden. "Als wir zu einer der Gruben kamen, sahen wir hinter einem Erdhaufen eine große weiße Fläche", berichtete Strovs.
"Als wir uns näherten, sahen wir, dass es sich um kalkfarbene Leichen handelt. Es waren keine Skelette, sondern mumifizierte Leichen", sagte der Ermittler. Sie seien aus bisher unbekanntem Grund mit Kalk bestreut worden und vermutlich deswegen nicht zerfallen. "Man sieht das Gewebe, und man sieht auch, dass sie völlig nackt waren."

"Schlimme Grube". Die slowenische General-Staatsanwältin Barbara Brezigar machte sich am heutigen Mittwoch selbst ein Bild vom Tatort im Bergwerk "Huda Jama" ("Schlimme Höhle") bei Lasko. "Was ich gesehen habe, ist das Erschütterndste, was man im Leben sehen kann", sagte Brezigar. Sie kritisierte die Versäumnisse der slowenischen Behörden bei der Verfolgung der kommunistischen Massentötungen nach dem Zweiten Weltkrieg. "Dass wir 60 Jahre lang nicht in der Lage gewesen sind, solche Verbrechen zu untersuchen, ist das nächste Problem. Ich weiß nicht, ob wir die Täter überhaupt noch ausfindig machen können oder ob überhaupt noch wer lebt."

Schätzungen zufolge brachten die Kommunisten nach dem Sieg im Zweiten Weltkrieg bis zu 300.000 Kollaborateure mit dem Nazi-Regime, Anhänger des kroatischen Ustascha-Regimes und andere Regimegegner um. Die Massentötungen erfolgten innerhalb von wenigen Wochen im Mai und Juni 1945 unter strengster Geheimhaltung, weswegen es bisher kaum möglich war, die Täter auszuforschen. Beim nun entdeckten Massengrab machten sich die Täter besonders viel Mühe, die Leichen zu verstecken. Sie wurden 400 Meter tief im Berg in zwei tiefe Schächte geworfen. Der dorthin führende Stollen war auf einer Länge von 90 Metern mit Aushubmaterial zugeschüttet worden, dazu kamen insgesamt sechs Sperren, davon zwei Betonmauern. Seit vergangenem Sommer hatten sich die Ermittler in mühevoller Kleinarbeit zum Massengrab vorgearbeitet.

Rund 600 Massengräber vermutet

Die Direktorin des "Studienzentrums für nationale Versöhnung", Andreja Valic, sprach von einer der größten Gräueltaten der kommunistischen Behörden nach dem Zweiten Weltkrieg. Es sei bekannt, dass die Tötungen von der Geheimpolizei OZNA ausgeführt wurden, auch wenn keine Aufzeichnungen dafür existieren. "Sie sind zerstört oder irgendwo versteckt worden, vielleicht in einem Belgrader Archiv."

Untersuchungen laufen. In Slowenien werden insgesamt 600 versteckte Massengräber ver-mutet, doch wurden bisher erst 116 der angegebenen Orte durchsucht. In den vergangenen drei Jahren wurden bei 15 Ausgrabungen insgesamt 2.000 Opfer gefunden. Das bisher größ-te Massengrab wurde erst im Jahr 2007 bei Bauarbeiten für eine Autobahnumfahrung nahe Maribor (Marburg) entdeckt. Dort sollen insgesamt 35.000 Leichen verscharrt worden sein. Historiker vermuten, dass es sich um Opfer der sogenannten "Bleiburger Tragödie" im Sommer 1945 handelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren Ustascha-Anhänger mit ihren Familien nach Kärnten geflüchtet, doch übergaben die britischen Besatzungsmächte sie in der Nähe der Grenzstadt Bleiburg den Tito-Partisanen, die kurzen Prozess mit ihren Erzfeinden machten.

Stätte des Grauens. Das bekannteste Massengrab befindet sich in der Gottschee (Kocevski Rog) südlich von Ljubljana/Laibach, wo rund 15.000 Soldaten umgebracht worden sein sollen.

Traurige Berühmtheit erlangte auch das Gefangenenlager Teharje bei Celje (Cilli), wo tausen-de slowenische Weißgardisten vor ihrer Tötung interniert wurden. Der bisher einzige be-kannte Augenzeuge im Fall des Bergwerks "Huda Jama" ("Schlimme Grube") hat angegeben, die Gefangenen als Fahrer von Teharje zum Bergwerk gebracht zu haben.

 

04.03.2009

Quelle: „Kleine Zeitung“, Klagenfurt

http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/1827107/index.do

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Revised: July 18, 2010 .   Communication:   discoverer73(at symbol)hotmail.com     Go to Home Page     Go to Index of All Articles Pages       
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